Kleines Farben-Einmaleins: Relevante Farbräume für Ihren Druck

WasserfarbenIn unserem kleinen Farben-Einmaleins möchten wir Ihnen einen Überblick zu den verschiedenen Farbmodellen/Farbräumen geben, welche für Ihren Druckauftrag relevant sind. Grundsätzlich gilt: Ihre freigegebenen Druckdaten sollten unbedingt im CMYK-Farbraum angelegt sein, da der Euroskala-Druck auf den 4 Grundfarben C(yan), M(agenta), Y(ellow) und K(ey), entspricht Schwarz, basiert. Eine spätere Konvertierung von RGB-Farben endet oftmals in einer erheblichen Farbverschiebung, da der RGB-Farbraum wesentlich größer ist als der CMYK-Farbraum. Farben außerhalb der CMYK-Farbigkeit sollten entsprechend in einer sogenannten Schmuckfarbe angelegt sein. In den folgenden Absätzen wollen wir Ihnen diese Sachverhalte ein wenig näher bringen.

RGB-Farbraum

additive-FarbmischungBeim RGB-Farbraum spricht man von einem additiven Farbraum. Dies bedeutet die drei Primärfarben (Rot, Gelb, Blau) werden durch additives (hinzufügendes) Mischen kombiniert, um die gewünschte Farbigkeit nachzubilden. Durch das Anpassen der Beleuchtung (Dämpfung des Lichts) des jeweiligen Farbkanals erreicht man entsprechende Nuancen von 0% (kein Licht, Farbwahrnehmung: schwarz) bis hin zu 100% (hellstmöglich, Farbwahrnehmung: weiß). Die Darstellung auf Bildwiedergabegeräten (Monitore, Displays, Projektoren etc.) erfolgt beispielsweise im RGB-Modus, da selbstleuchtende Systeme dem Prinzip der additiven Farbmischung unterliegen.

CMYK-Farbmodell

cmykIm Gegensatz zu RGB ist das CMYK-Farbmodell ein subtraktives Farbmodell und bildet die Basis des modernen Vierfarbdrucks (Druck nach Euroskala). Mit den genormten Prozessfarben C(yan), M(agenta), Y(ellow) und Schwarz (Achtung: Das K steht für „Key plate“ und beschreibt die schwarz druckende „Schlüsseldruckplatte“, an welcher die drei farbigen Druckplatten ausgerichtet werden!) lässt sich der entsprechende Farbraum darstellen. Dieser ist bei CMYK allerdings begrenzter als der RGB-Farbraum. Aus diesem Grund kann es durchaus notwendig werden, Ihre Druckdaten in das CMYK-Farbmodell zu konvertieren. Man unterscheidet bei CMYK die beiden Profile „ISO-coated-v2“ sowie „ISO-uncoated“. In der nächsten Abbildung finden Sie die 3 wichtigsten Farbräume für Druckdaten in einer Gegenüberstellung.

Konvertierung Ihrer gewünschten Druckfarben

dateninfo-farbraumIn der Abbildung können Sie erkennen, dass zum Beispiel leuchtende Rot-, Grün- oder Blautöne nicht mittels des CMYK-Farbmodells wiedergegeben werden können. Der gelb eingefärbte Bereich des RGB-Farbraums kann folglich nicht in CMYK abgebildet werden. Es werden also bei einer automatischen Konvertierung Farbverschiebungen auftreten, die nicht erwünscht sind. Hier besteht nun die Notwendigkeit die gewünschte Farbigkeit im CMYK-Farbmodell anzulegen. Beachten Sie bei der Farbwiedergabe auch die unterschiedlichen Eigenschaften verschiedener Bedruckstoffe (abweichende Weißegrade bei verschiedenen Papiersorten oder auch unterschiedliches Farbaufnahmeverhalten bei gestrichenen oder ungestrichenen Papieren). Außerdem sind im Regelfall auch farbliche Abweichungen bei der Monitordarstellung und der Farbwirkung des Druckprodukts selbst festzustellen.

Schmuckfarben (HKS und Pantone)

dateninfo-schmuckfarbenFarbigkeiten, die außerhalb des CMYK-Farbmodells liegen, sollten im Idealfall als sogenannte Schmuckfarbe (Sonderfarbe) angelegt sein. Dies sind zusätzlich zu den Grundfarben genutzte Druckfarben, welche Volltonfarben (z.B. farbsatte, hochbunte Farbtöne) und Effektfarben (Gold, Silber, Leuchtfarben etc.) umfassen. Sonderfarben müssen bei der Druckdatenerstellung in separierbaren Farbkanälen angelegt sein. Entweder Sie definieren die Sonderfarbe bereits im Satzprogramm oder Sie nutzen eine Prozessfarbe als Träger. Für die zweitgenannte Lösung empfehlen wir möglichst verwandte Prozessfarben für die Sonderfarbkanäle zu wählen (Bsp: Cyan als Träger für die Sonderfarbe Blau). In der Abbildung sehen Sie beispielsweise die Verwendung des Farbkanals Magenta zum Druck der HKS-Farbe 13 (Rot).


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